Fragen & Antworten

Haben Sie Fragen rund ums Hören?

Hier finden Sie die Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen rund um das Gehör und zum Hören. Sollten Sie auf Ihre Frage keine Antwort finden, kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen weiter.


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Muss ich ein Hörgerät selbst bezahlen oder zahlt das die Krankenkasse?

Seit Juli 2011 gilt das neue Pauschalsystem des Bundesamts für Sozialversicherungen.

Hier finden Sie das Faktenblatt.

Meine Frau sagt immer, ich würde nicht mehr gut hören und dass ich zum Ohrenarzt soll. Dabei ist das in meinem Alter (60) doch normal. Könnte sie nicht einfach lauter sprechen?

Zwar nimmt mit dem Alter normalerweise auch die Hörfähigkeit ab. Das heisst aber nicht, dass man sich damit abfinden sollte. Ein Hörgerät kann helfen, die mit gutem Hören verbundene Lebensqualität zu erhalten und die gegenseitige Verständigung zu verbessern. Bevor Sie zum Ohrenarzt gehen, können Sie Ihr Gehör auch erst mal von einem Hörakustiker kostenlos testen lassen.

Ich war eigentlich nie starkem Lärm ausgesetzt, weder beruflich noch privat. Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht mehr so gut zu hören. Ist das einfach eine Alterserscheinung?
Das kann eine Alterserscheinung sein. Weil sich aber die Folgen von Lärm während unseres ganzen Lebens aufsummieren, kann es auch die Folge einer über- mässigen Lärmbelastung sein. Häufig sind wir uns gar nicht bewusst, dass ein bestimmter Lärm wie z.B. derjenige eines Rasenmähers bereits schädlich ist. Am besten, Sie lassen Ihr Gehör testen, je früher, desto besser.
Unsere Tochter läuft ständig mit ihrem MP3- Player rum und hört Musik. Kann das zu bleibenden Gehörschäden führen?

Falls Ihre Tochter tatsächlich ständig Musik hört, ist ihr Gehör in höchstem Masse gefährdet – auch wenn die Auswirkungen nicht gleich spürbar sind. Wie eine Studie aus Barcelona 2007 zeigte, wies die Hälfte der 14- bis 27-Jährigen bereits einen bleibenden Hör- schaden auf – hauptsächlich aufgrund von Disko- thekenbesuch und dem Musikkonsum mit MP3-Playern. Man geht davon aus, dass die Jugendlichen im Durchschnitt 20 bis 30 Jahre früher als ihre Eltern unter einem Gehörverlust leiden werden.

Ich bin am Arbeitsplatz häufig störendem Lärm ausgesetzt. Was kann ich dagegen tun?

Der Geräuschpegel am Arbeitsplatz sollte konzentrier- tes Arbeiten zulassen und die Gesundheit nicht ge- fährden. Wenn Sie sich durch Lärm gestört fühlen, gibt es in Abhängigkeit der Ursachen verschiedene Möglich- keiten, die Situation zu verbessern z.B. bei der Raum- gestaltung. Teppiche oder Wandverkleidungen können die Lärmbelastung in Räumen vermindern. Lärm wir nicht von jedem Menschen als gleich störend em- pfunden. Wenn er aber 85 dB überschreitet, muss zwingend etwas für den Schutz des Gehörs unter- nommen werden, weil es sonst zu Hörschäden kommen kann.

Von wann an ist Lärm eigentlich schädlich?

Ab einer Lautstärke von etwa 80 dB führt Lärm zu Langzeitschäden des Gehörs. Lärm schadet aber nicht nur dem Gehör. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits bei Strassenlärm, der im Haus einen Schallpegel von 65 dB erreicht, das Risiko für Herz-Kreislauf- störungen um 20% höher liegt, als bei 50-55% dB.

Wie verhalte ich mich gegenüber Hörbe- hinderten? Soll ich einfach lauter reden?

Nein. Sprechen Sie in normaler Lautstärke, dafür deutlich, nicht zu schnell und in gleichmässigem Tempo. Achten Sie darauf, dass Ihr Gesicht gut sichtbar ist. Versuchen Sie, störenden Fremdlärm auszuschalten und in Gruppen nicht durcheinander zu reden. Vergewissern Sie sich, dass Sie richtig verstanden wurden.

Ich habe seit kurzem ein Hörgerät. Nun ist alles viel schlimmer, ein schreckliches Durcheinander von Geräuschen und Stimmen. Muss das sein?

Das ist ein bekanntes Phänomen. Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, aus einem Meer von Geräuschen das Wichtige herauszufiltern. Diese Fähigkeit muss dauernd trainiert werden, weil sie sonst verloren geht. Wartet man bei einem Hörverlust zu lange mit einem Hörgerät, muss das Gehirn diese ursprüngliche Fähigkeit wieder erlernen. Das dauert eine Weile. Moderne Hörgeräte können aber unterstützend wirken, indem sie sich auf verschiedene Hörsituationen programmieren lassen. Ganz wichtig ist, dass Sie sich in der Anfangsphase von Ihrem Hörakustiker beraten und Ihr Hörgerät nach und nach an Ihre Bedürfnisse anpassen lassen.

 

 

 

 

Ich höre nicht mehr so gut. Aber ich schäme mich, ein Hörgerät zu tragen, schliesslich bin ich erst 35. Gibt es keine andere Möglichkeit?

Es gibt keinen Grund, sich über ein Hörgerät zu schämen – auch als junger Mensch. Im Gegenteil: Mit einem Hörgerät signalisieren Sie schliesslich, dass Sie an Ihrer Umgebung interessiert sind, dass Sie sich mit anderen Menschen austauschen, in die Gesellschaft integrieren wollen. Hören heisst dazugehören – und manchmal brauchts dafür eben ein Hörgerät.

Ich muss mich in letzter Zeit an Sitzungen ziem- lich anstrengen, die anderen zu verstehen. Vor allem, wenn alle durcheinander reden. Kann das an der schlechten Akustik im Sitzungszimmer liegen?

Das kann an der Akustik liegen. Gerade die moderne Architektur bringt manchmal Räume hervor, die akus- tisch schwierig sind. Was Sie beschreiben, kann aber auch ein Anzeichen einer Hörschwäche sein. Ver- schaffen Sie sich am besten Klarheit, indem Sie Ihr Ge- hör von einem Hörakustiker kostenlos testen lassen. Danach wissen Sie, wo Sie bei der Problemlösung ansetzen müssen: beim Sitzungszimmer oder bei Ihrem Gehör.

Unser Sohn ist erst fünf und hat eine leichte Hörschwäche. Wir haben bislang auf ein Hörgerät verzichtet, weil wir befürchten, dass er von anderen Kindern gehänselt würde. Schadet ihm das, wenn er kein Hörgerät trägt?

Das Hörvermögen bei Kindern hat ganz direkte Konsequenzen für die Entwicklung ihrer sozialen und kommunikativen Fähigkeiten. Bereits leichte Hörbe- einträchtigungen können zu Verhaltens- und Lern- problemen führen und damit die Lebensqualität erheb- lich einschränken. Warten Sie daher nicht, Ihrem Kind mit einem Hörgerät das Hören zu erleichtern. Je früher es lernt, damit umzugehen, desto selbstbewusster wird es dieses auch zu tragen wissen.

Ich fühle mich abends nach dem Büro richtig erschöpft. Mein Mann meint, das liege daran, dass ich seit einiger Zeit nicht mehr so gut höre. Hat das wirklich miteinander zu tun?

Das kann tatsächlich daran liegen. Wenn Ihr Mann zudem den Eindruck hat, dass Sie in letzter Zeit nicht mehr so gut hören, sollten Sie unbedingt Ihr Gehör testen lassen.

Ich finde unseren Rasenmäher furchtbar laut. Mein Mann dagegen nicht. Bin ich vielleicht überempfindlich?

Ein Rasenmäher ist meist auch sehr laut. So laut, dass es bereits gehörschädigend ist, und man eigentlich beim Rasenmähen sein Gehör schützen sollte.

Mein Kollege hat manchmal Hörprobleme. Wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er, es wäre früh genug, sich nach der Pensionierung darum zu kümmern. Stimmt das?

Erst mal herzliche Gratulation dazu, dass Sie Ihren Kollegen darauf angesprochen haben. Falsch ver- standene Diskretion hilft in einem solchen Fall nämlich weniger, als die ausgesprochene Anteilnahme an der Gesundheit eines Mitmenschen. Wenn Ihr Kollege Hörprobleme hat, sollte er auf keinen Fall damit warten, etwas dagegen zu unternehmen. Im Durchschnitt unternehmen Betroffene 10 Jahre zu spät etwas gegen ihre Hörprobleme. Dann können schon wichtige, mit dem Hören verbundene Fähigkeiten des Gehirns verloren gegangen sein.

Ich mache mir Sorgen, weil eine Freundin von mir nicht mehr so gut hört, und habe ihr das auch gesagt. Sie hat nur gelacht und gesagt, dass es manchmal ganz praktisch sei, nicht alles zu hören. Sorge ich mich unnötig?

Ihre Freundin sollte bedenken, dass sie nicht frei wählen kann, was sie hört und was nicht. Damit entgeht ihr nicht nur, was sie vielleicht nicht hören will, sondern sicher auch ganz vieles, das sie gerne gehört hätte. Die Folgen davon dürfen nicht unterschätzt werden. Hören heisst dazugehören, und wer nicht mehr gut hört, riskiert, sich zu isolieren.

Ich überlege mir, ein Hörgerät zu kaufen. Ich finde, eines genügt. Nun hat mir ein Bekannter gesagt, es sei besser, zwei zu tragen. Stimmt das?

Gegenfrage: Wenn Sie schlecht sehen würden, wür- den Sie sich für eine Brille oder lediglich für ein Monokel entscheiden? Unsere beiden Ohren ermöglichen uns eine akustische Orientierung im Raum. Damit können wir feststellen, wo sich eine Geräuschquelle befindet und ob sich diese allenfalls auf uns zu oder von uns weg bewegt. Im Verkehr etwa kann dies sehr wichtig sein. Auch ist der Hörgenuss grösser, wenn wir mit beiden Ohren hören. Es ist daher auf jeden Fall besser, zwei Hörgeräte zu tragen statt bloss einem.